Geburt mal anders

Geburt – So kann ich meine Ängste und Bedenken gegenüber einer natürlichen Geburt überwinden

Wie unsere Ängste genau entstehen, wann und wie sie ausgelöst werden ist häufig unklar. Doch wenn es um die Angst vor der Geburt geht, ist es mir schon sehr klar, woher sie kommen kann. Gehen wir also den Ursachen der Geburtsangst auf den Grund: Hier die TOP-3:

 

1.       Unser nächstes Umfeld: Wie viele Frauen kennst du, die ein unschönes bis schreckliches Geburtserlebeis hatten und dir evtl. sogar davon erzählt haben? Wie viele kennst du wiederum, die eine gute Geburt hatten? Bei meinen HypnoBirthing-Vorträgen oder -Kursen bitte ich die Frauen immer die Hand zu heben, wie viele Frauen mit guten Geburten sie kennen? Selten heben Frauen die Hand bei „mehr als drei?“, doch auch schon bei „vielleicht eine“ gibt es oft keine Meldungen. Ist das nicht eine traurige Bilanz?

 

Das Fazit: Unser Unterbewusstsein ist darauf getrimmt im Kollektiv die Geburt als etwas schrecklich Schmerzhaftes zu bewerten. Es gibt einfach zu wenige Positivbeispiele!

 

2.       Die Medien: Überlege bitte einen Moment, ob du dich an eine Geburtsszene eines Hollywoodfilms erinnern kannst. Welche Bilder kommen in deinen Kopf? Entspannte total überglückliche Gebärende oder eher völlig hilflos dargestellte Frauen in der Rückenlage wie ein Käfer umringt von einer Ärzteschar in Grün. Noch dazu mit schmerzverzerrtem Gesicht schreiend und tobend auf ihren Partner wild schimpfend? Sind es eher Bilder des zweiten Szenarios? Ja, das habe ich mir gedacht.

 

3.       Die Sprache: „Risikoschwangerschaft“, „in den Wehen liegen“, „Austreibungsphase“. Klingt das für dich positiv? Die Wirkung der Sprache auf unser Unterbewusstsein wird von den meisten Menschen unterschätzt, aber das ist ein längeres Thema, welches den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Ich denke aber, das ihr versteht, was ich meine.

 

Das Problem all dieser negativen Einflüsse ist, dass sie sich ungefiltert in unserem Unterbewusstsein festsetzen. Bis wir schwanger werden, mag das keinerlei Auswirkungen haben. Für viele hat es das auch nicht bis zur Geburt. Andere erleben sich während der gesamten Schwangerschaft hoch verängstigt und leiden darunter.

 

Trotz vieler Sorgen und Bedenken, wünschen sich aber zunehmend mehr Frauen eine natürliche Geburt. Immer mehr Frauen möchten medizinische Interventionen während der Geburt vermeiden. Viele negative Aspekte von Kaiserschnittgeburten werden nach und nach bekannter. Trotzdem quälen diese Frauen Ängste, dass es ihnen genauso schlecht dabei ergehen könnte wie anderen Frauen. Hinzu kommen Zweifel die Geburt zu meistern (körperlich aber auch psychisch), es zu schaffen, über die „nötige Kondition zu verfügen“. Sie möchten wissen, was auf sie zukommen könnte und womit sie rechnen können oder müssen. Ängste, Bedenken und Sorgen begleiten die einen mehr die anderen weniger, aber alle haben das Bedürfnis: Möglichst gut darauf vorbereitet zu sein! Frauen möchten sich zu diesem Ereignis möglichst viel Wissen aneignen, um dann, wenn es soweit ist, aktiv und bewusst an der Geburt ihres Kindes teilzuhaben. Und das ist auch gut so!

 

Immer mehr Frauen bereiten sich auf eine einfache, sichere und entspannte Geburt vor, indem sie Programme wie HypnoBirthng oder ähnliches nutzen. Denn auch Studien beweisen, dass eine entspannte Schwangerschaft schon den Kindern im Mutterleib nachhaltig nutzt: Entspannung in der Schwangerschaft wirkt sich langfristig positiv auf das Immunsystem der Kinder aus. In wissenschaftlichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Frauen mit übermäßigem Stress während der Schwangerschaft Kinder zur Welt brachten, deren Immunsystem nachhaltig beeinträchtigt war. Sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, konnte bei nachgewiesen werden. Es spielt tatsächlich eine Rolle, wie wir geboren werden, das haben so langsam auch die Politiker begriffen und versuchen Frauen darin zu unterstützen natürlich zu gebären und sind darum bemüht die Kaiserschnittraten zu senken.

 

Auch den Vätern hilft es auf die Geburt ihres Kindes vorbereitet zu sein, denn sie werden mit ins Boot genommen und können bei der Geburt aktiv teilhaben, anstatt nur dabei zu sein. Die Rolle der Väter in der Erziehung hat sich in dieser Generation stark gewandelt. Das klassische Familienmodell, in der Kindererziehung Frauensache ist, gilt nicht mehr. Die Männer wollen Teil des Lebens ihrer Kinder sein und das finde ich ganz fabelhaft.

 

Spätestens kurz vor der Geburt ist es besonders für werdende Mütter wichtig sich ausreichend über den inneren und äußeren Ablauf der Geburt zu informieren. Suche dir einen Ort, wo du andere Schwangere treffen kannst, mit denen du dich austauschen kannst. Stelle Fragen, darüber, was dich beschäftigt, was dich am Einschlafen hindern mag und wovor du vielleicht Angst hast. Wissen gibt Sicherheit und verhilft dir zur meht Selbstverantwortlichkeit. Nur du weißt bei der Geburt, was jetzt genau das Beste für dich ist. Keiner kann in dich hineinsehen. Je intuitiver du deinem Körper bei der Geburt folgst, desto einfacher und leichter kann diese gelingen. Es gibt nichts, was deine Geburt schwerer machen kann als deine Unsicherheit.

 

Einmal meldete sich eine Frau bei mir. Sie war schon in der 38. Woche und erwartete ihr zweites Kind. Die erste Geburt war für sie sehr traumatisch und endete mit einem Notkaiserschnitt. Sie war völlig verzweifelt und bat mich um Hilfe: „Ich weiß nicht, wie ich dieses Kind bekommen soll. Ich habe solche Angst, dass es wieder so wird, wie beim ersten Mal!“

 

Wir vereinbarten also einen Termin und ich bat sie ihre Angst in einer Skala von1-10 einzuordnen und sie antwortete wie aus der Pistole geschossen „100“. Das überraschte mich sehr und ich meinte, dass ich nicht versprechen könne diese in drei Stunden, die uns bevorstanden, zu lösen. Aber wir wollten es versuchen. Also erklärte ich ihr, was in der Gebärmutter einer Frau passiert, wenn sie Angst hat und wie sie dagegen etwas tun könnte. Ich gab ihr ganz viel zu lesen und wir machten gemeinsam eine Entspannungsreise, um mit dem Unterbewusstsein zu arbeiten.

 

Als wir uns dann verabschiedeten bedankte sie sich und sagte: „Nun kann ich mir vorstellen mein Kind natürlich zu gebären!“ Ist das nicht schön! Nach so kurzer Zeit hatte diese verängstigte Frau so viel Zuversicht gesammelt, um sich den Wunsch nach einer natürlichen Geburt zu erfüllen. Sie bekam ihr Kind zum errechneten Termin natürlich, wenn auch nicht ganz frei von Komplikationen, aber dafür haben wir unser kompetentes Geburtspersonal. Allen Frauenärztinnen und Ärzten und vor allem allen Hebammen sei Dank, dass wir heute in einer wundervollen Lage sind, dass uns auch in Notsituationen geholfen werden kann!

 

In meiner Arbeit geht es viel um Bewusstmachen. Denn nur so können wir selbstbestimmt und frei von Ängsten gebären. Ich versuche den Frauen aufzuzeigen, dass sie alle Ressourcen, die sie für eine entspannte Geburt brauchen, bereits in sich tragen. Auf sich selbst zu vertrauen ist ein Geschenk, dass sich jede Frau selbst machen kann. Eine meiner Kursteilnehmerinnen meinte einmal: „Jetzt habe ich begriffen warum ich hier so gerne herkomme: Es geht darum zu verstehen, dass die Geburt nichts ist wovor wir Frauen Angst haben müssen. Es geht darum keine Angst mehr zu haben, sondern zu vertrauen!“ Das fand ich sehr schön gesagt.  

 

Und zum Schluss noch zwei Gedanken zum Mitnehmen/-spüren/-wirken lassen:

 

1.       Wenn die Geburt unserer Kinder von Natur aus so schwierig, schrecklich und schmerzhaft sein müsste, wären wir schon längst ausgestorben!

 

2.       Deine Mutter, Deine Großmutter, Deine Urgroßmutter usw. haben es geschafft Kinder zur Welt zu bringen, also kannst du das auch schaffen! Dein Körper ist für die Geburt perfekt ausgestattet, denn in der Natur folgt alles einem optimalen Plan!

 

 

 

Mein Tipp an dich: Lese was dir guttut und dir Sicherheit gibt! Führe Gespräche, die dir guttun und dir Sicherheit geben. Umgebe dich mit Menschen, die dir guttun und dir Sicherheit geben (das gilt auch für deine medizinische Betreuung in der Schwangerschaft). Esse und trinke, was dir guttut und gesund ist. Sehe dir Videos an von schönen Geburten. Höre dir regelmäßig Entspannungen an, um deinem Körper beizubringen, wie E-n-t-s-p-a-n-n-t-s-e-i-n geht. Und vor allem: MEIDE ALLES ANDERE. Und falls das nicht gehen sollte: Bitte sie freundlich aber bestimmt auf deine Gefühlslage Rücksicht zu nehmen, da DU kurz vor der Geburt stehst, nicht sie.

 

 

 

In meinem nächsten Artikel geht es darum, warum jede Mutter eine Minía braucht. Wer oder was das ist erfährst du bald. Lässt die Ungeduld dich nicht los, sende ich dir gerne per E-Mail den Artikel zu! (ladu@happymamahappybaby.de)

 

 

 

 

Herzlichst deine Melanie Ladu  

 

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