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Was eine Mutter wirklich braucht

Jede Mutter braucht eine Minía!

 

Wieso braucht jede Mutter eine Minía und was bitte ist eine Minìa?

 

Minía ist eine alleinstehende Frau wohnhaft in Sardinien/ Italien. Und um die Frage nach dem warum zu beatworten, muss ich nun etwas ausholen:

 

Es war einmal eine liebevolle Mutter, nennen wir sie Lüli. Sie hatte drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen. Liebe Kinder, aber Kinder wie sie eben sind. Fordernd und lebhaft, verspielt und beschäftigt damit ständig ihre Grenzen zu testen. Der Kleinste war wohl die größte Herausforderung. Ich denke da würde mir die Mutter beipflichten. Nun war es das letzte Kindergartenjahr des Größten der dreien und die Mutter Lüli beschloss mit Sack und Pack und Mann drei Monate auf Sardinien zu verbringen. Die Idee kam nicht von ungefähr, denn in ihrer Kindheit hatte Lüli schon alle ihre Sommermonate auf dieser wundervollen Insel verbracht. 

 

Die Details des Aufenthalts verschwimmen an dieser Stelle leider, aber um sie geht es in dieser Geschichte auch nicht, sondern um Minìa. Und wie sollte es auch anders sein, sie war die Nachbarin der deutschen Familie im kleinen beschaulichen sardischen Mara. Minìa hat nie geheiratet. Ihre Eltern hatten für sie einen Mann vorgesehen, den sie nicht wollte, also blieb sie lieber allein. Ich vermute mal, dass sie jemanden haben wollte, den sie wiederum nicht bekommen konnte, also blieb ihr wahrscheinlich nicht viel anderes übrig. Interessanterweise ist Minìa nicht etwa 150 Jahre oder älter, ich schätze sie eher auf Mitte 60. Interessant, da es auf dieser kleinen italienischen Inseln bis vor kurzem wohl immer noch so war, dass die Eltern alle wichtigen Entscheidungen für ihre Sprösslinge getroffen haben – Mama Mía!!!

 

Nun zurück zur Frage: Warum braucht jede Mutter eine Minía? Nun, Minía und Lüli verband eine innige und liebevolle Freundschaft. Alter, Dauer des Aufenthalts, Lebenssituationen und alles andere spielten dabei überhaupt keine Rolle. Die beiden verband einfach eine so starke freundschaftliche  Liebe, dass man es in Abwesenheit des jeweils anderen sogar an deren Augen ablesen konnte, wie tief diese Liebe wirklich ging. Man musste den beiden einfach nur zuhören, wie sie voneinander sprachen: Minía sagte zu mir als ich sie kennenlernte (so grob übersetzt): „Auch wenn sie nur einige Wochen hier waren, die Liebe dieser Menschen reicht für mein ganzes Leben. In der Erinnerung ist die Liebe da. Und ich sagte immer zu Lüli, auch wenn sie es mal schwer hatte mit den Kindern: Lüli sei una brava mama.(Lüli du bist eine gute Mutter)“.

 

Und sie sagte das mit so einem emotionalen Nachdruck mit geschlossener Faust, dass man gar nichts anderes glauben konnte! Lüli ist eine gute Mutter! Bräuchte nicht jede von uns so eine Minía, eine Nachbarin, die uns darin bestärkt zu glauben, was wir wirklich sind - gute Mütter! Niemand ist perfekt und sag mir eine Aufgabe, die schwieriger ist als IMMER eine gute Mutter zu sein. Das ist schier unmöglich und dennoch haben wir so oft diesen unerfüllbaren Anspruch an uns selbst, dass wir permanent damit beschäftigt sind unsere Fehler zusammen zu zählen, als stolz zu sein, auf unsere Kinder, auf unsere Familien, auf UNS. Sei una brava Mama!

 

Wenn du keine Minía hast, sei dir selbst eine und erinnere dich von Zeit zu Zeit liebevoll daran, dass du nicht mehr als dein Bestes geben kannst und eine gute Mutter bist. Und wenn mal alles schiefgeht, sei dir gewiss: Du hast jede Minute Zeit es wieder besser zu machen, hack nicht auf dir rum! Gönne dir lieber mal was und tanke Energie auf! Deine Kinder und deine Familie werden es dir danken!

 

Herzlichen Dank also an alle Minías da draußen, wo auch immer ihr seid, versteckt euch nicht und sagt doch mal was Nettes zu eurer Nachbarin, es tut mehr als gut ein liebevolles Wort zu hören, das von Herzen kommt. Danke.