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Selbstwert im Gefühl

Selbstwert.

Was bedeutet dieses Wort? Ich selbst soll also einen WERT haben? Woraus setzt sich dieser Wert denn zusammen? Der Wert eines Menschen kann sich aus vielerlei Maß zusammensetzen. Zum Beispiel aus dem Wert für die Gesellschaft. Wieviel Prokopfeinkommen geht von mir aus, wieviel Steuern zahle ich jedes Jahr. Wie nützlich ist die Art von Arbeit, die ich leiste, etc.

 

Demnach hätten aber kleine Kinder keinen Wert an sich. Kann das stimmen?

Misst sich vielleicht der Wert eines Menschen an dem, wieviel du anderen bedeutest? Wenn du junge Eltern fragst: „Was würdest du geben, um das Leben deines Kindes zu retten?“ Viele würden ihr eigenes dafür opfern ohne lange nachzudenken.

 

Aber was, wenn es keinen Menschen in deinem Leben geben würde, der für dich sein Leben lassen würde, wärst du dann WERTlos? Dass ein Leben den Wert eines anderen Lebens bemessen muss, kann so auch nicht stimmen.

Der Wert eines Menschen misst sich an dem, welchen du SELBST dir verleihst. Es gibt Menschen die werden innig geliebt und heiß begehrt (zum Beispiele viele Filmstars) und setzen ihrem Leben ein jähes Ende, weil sie selbst den WERT ihres Lebens nicht anerkennen.

 

Sagen wir mal, dass wir alle im Verstand akzeptieren, dass der Selbstwert mit der Person untrennbar zusammenhängt. Fühlst du diesen Selbstwert auch? Oder anders gefragt: Ist das, was dein Verstand so schon akzeptiert, dass jede Person also einen WERT an sich haben muss, auch in deinem Gefühl angekommen. Fühlst du, dass du wertvoll bist? Jein? So geht es vielen Menschen!

 

Wie also können wir unseren SELBSTWERT greifbar machen?

 

Bist du selbst es wert, dass es dir gut gehen soll, dass es dir an Grundbedürfnissen (Essen, Trinken, Dach über dem Kopf) nicht mangeln soll? Ja? Dann gibst du deinem Leben diesen Wert. Das ist ein Anfang.

 

Bist du es dir vielleicht noch wert schöne Dinge zu erleben, dich mit Menschen zu umgeben, die dir guttun, dich von Menschen abzugrenzen, die dir nichts Gutes wollen und dich nur ausnutzen? Stehst du vielleicht sogar für deine Wünsche und Träume ein und tust alles dafür, dass sie Realität werden? Bravo, das ist schon eine Menge.

 

Lässt du Menschen an deinem Leben teilhaben, indem du dich ihnen öffnest? Verbringst du auch gerne mal Zeit nur mit dir? Beschäftigst du dich mit Zukunftsplänen, lernst jeden Tag neue Dinge dazu und lebst deine Freiheit und bist dankbar dafür? Wow, das könnte man ja schon fast Selbstliebe nennen.

 

Hut ab, das kann nicht jeder. Aber warum eigentlich nicht? Warum kann sich nicht jeder Mensch selbst lieben und sich selbst den WERT verleihen, den er/sie wirklich hat. Vor allem im Gefühl?


Weil wir es nie gelernt haben, das ist die bittere Antwort. Wo hätten wir das auch sollen? In den Schulen, in den Familien? In der Arbeitswelt? Der Kanon, den die meisten diesbezüglich gelernt haben ist: „Funktioniere, wie ICH es von dir erwarte und ich gebe dir die Anerkennung, die WERTschätzung, nach der du dich sehnst.“ Das hat aber leider rein gar nichts mit DIR zu tun. Wir sind so konditioniert, anderen zu gefallen, dass die meisten sich darin so verloren haben, dass sie gar nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind. Soviel zur Bestandsaufnahme in Kurzfassung! Wir können das ändern, jeder einzelne! Das ist die gute Nachricht!  

 

Die schlechte ist: Es ist für viele gar nicht so einfach. Wenn du es wirklich lernen möchtest, habe ich ein 10-Schritte-Programm für ein Leben mit gefühltem Selbstwert:

 

1. Denke WERTvolle Gedanken:

Du bist wertvoll, einzig und allein durch die Tatsache, dass dein Herz schlägt, dein Atem fließt, du LEBST. So wie du bist, bist du eigentlich schon ein Wunder. Das zu begreifen, ist das größte Geheimnis dieser Welt. DU BIST EIN WUNDER und vollkommen einzigartig unter mehr als 7 Milliarden.

2. Gehe achtsam mit dir um:

Wenn einer deiner Freunde einen Fehler gemacht hat. Zum Beispiel sein Auto geschrottet, weil er im Verkehr nicht aufmerksam war, würdest du dann zu ihm gehen und ihn hinterher noch zur Sau machen, was für ein blöder Kerl er eigentlich ist und wie dumm man eigentlich sein kann, dass einem so ein blöder Fehler passiert? Nein oder?

Aber sind wir, wenn wir ehrlich sind nicht selbst die größten Kritiker unsrer Selbst? Sind wir nicht oft diejenigen, die am kritischsten und gemeinsten zu uns selbst sind? Sind wir nicht manchmal in unseren Gedanken wirklich erbarmungslos, wie kein anderer? Hast du dich nicht auch schon mal so richtig fertig gemacht?

Und was bitte soll das bringen? Was hat sich im Nachhinein Positives für dich ergeben? Gar nichts. Genau. Also kannst du es auch genauso gut einfach lassen! Hör auf damit. Behandle dich lieber wie dein bester Freund und tröste dich, sag etwas Nettes und Aufbauendes zu dir, mach dir Mut. UND vergebe es dir, wenn du dich nicht daran gehalten hast achtsam und freundlich mit dir selbst zu sein. Wir sind hier, um zu lernen. 

3. Beschäftige dich mit dir:

Was macht dich aus? Beobachte dich. Schreib es auf. Wenn es dir am Anfang schwerfällt, darfst du auch ein wenig mogeln und die anderen fragen, was dich FÜR SIE wertvoll macht. Aber du schaffst das auch allein. Wir müssen weder Philosophen, noch Politiker oder Superchirurgen sein, um einen WERT zu haben. Einem anderen Menschen ein Lächeln zu schenken, macht dich zu einem weitaus besseren Menschen als der Bundestagsabgeordnete, der alle seine Wahlversprechen bricht, sobald er sein Amt errungen hat.

4. Tue WERTvolle Dinge:

 Dinge zum Beispiel, die anderen zeigen, dass sie dir etwas wert sind. Selbstlosigkeit, kann auch sehr wertvoll sein. Das Geheimnis dabei ist nur sich selbst nicht zu vergessen und immer hintenanzustehen. Es geht im Wesentlich darum, durch deine Taten der Mensch zu sein, vor dem du selbst großen Respekt hast und für seine Handlungsweisen schätzt.

5. Hör auf die Stimme:

Sie mag ein kleines leises Flüstern sein, sie mag von dir kaum wahrnehmbar sein. Sie kann aber auch laut schreien: „NEEEEEIIIIIN, tue das nicht!“ und dennoch ignorierst du sie?! Dann beginnt heute dein Stimmtraining ;o) Achte auf folgende Zeichen: Es könnte ein Ziehen im Bauch sein, es könnte auch ein Stechen im Herzen sein oder angenehme Wahrnehmungen aus diesen Körperregionen. Es könnte tatsächlich eine leise Stimme zu dir flüstern wie: „Geh da nicht hin, dort hast du dich noch nie wohl gefühlt!“ Was ich dir damit sagen will: Trainiere dich darin die Zeichen deines Körpers zu deuten und anerkennend WAHRZUNEHMEN. Es gibt dieses wundervolle Lied zu diesem Thema, ich werde es am Endes des Artikels verlinken.

6. Mache eine Liste: Was habe ich schon alles geschafft in meinem Leben?

Es gehört zum Menschen dazu zu vergleichen, sich selbst zu vergleichen. Damit ist es ganz normal, dass der Mensch viel Aufmerksamkeit seinem Außen schenkt. Das ist für das SELBSTWERTGEFÜHL nicht unbedingt förderlich. Du ahnst schon warum nicht oder? Jeder sieht nur, was der andere hat, tut, schafft, erobert, vollbringt. Deine ganze Aufmerksamkeit sammelt sich um den Mangel herum. All das, was die ANDEREN können und DU NICHT. Autsch!

Es ist mal an der Zeit Bilanz zu ziehen und sich darauf zu besinnen, was DU schon alles geschafft hast. Schreib alles auf, auch wenn es dir noch so klein und bedeutungslos erscheinen mag. Für dich mögen manche Dinge nicht WERTvoll erscheinen, für andere mag das ihr größter Wunschtraum sein. DU bewertest selbst.

7. Glaube an deine Fähigkeiten:

Jeder Mensch kann eine Sache besonders gut. Das kann alles sein: Stricken, Reden, Zuhören, Autos reparieren, usw. Wenn du diese eine Sache kennst, dann nutze sie. Mach das, was auch immer es ist, einfach viel öfter. Wenn es dir Spaß bereitet und du gut darin bist, nutze sie, um dich gut zu fühlen. Es gibt so viele Dinge, die wir den ganzen Tag tun, die vielleicht nicht so viel Spaß machen. Nehme dir heute vor diese eine Sache mehr in deinen Alltag zu integrieren. Vielleicht kannst du sie sogar nutzen, um anderen zu helfen, welche diese eine Sache nicht so gut beherrschen. Das wäre also Punkt 4 und 7 in einem.

8. Finde Freude an der Freude

Jemandem eine Freude zu machen, kann sehr schön sein, auch für dich selbst. Viel zu oft vergessen wir uns selbst jedoch im Alltag. Frage dich: „Womit kann ich mir eine kleine Freude machen?“ Ein Spaziergang in der Mittagspause, ein Ausflug am Wochenende (Vorfreude ist auch eine schöne Freude), ein leckeres gesundes Essen. Es kann alles sein. Und es muss auch nicht viel kosten. Die Haupsache ist, dass du dir dann auch die Zeit nimmst diese eine schöne Sache mit FREUDE zu genießen. Ganz bewusst im Moment zu sein. Und wenn es nur 5 Minuten sind, einfach still schweigend da zu sitzen und die Sonne auf deine Nase scheinen zu lassen, zu lauschen und einfach Freude daran zu haben am Leben zu sein. Das macht so einen Unterschied!

9. Behandle deinen Körper gut

Ein sehr guter Freund liefert die perfekte Begründung dazu. Hier also nur die Kurzfassung: Stell dir vor du bekommst zu deinem 18 Geburtstag ein Auto geschenkt. In deinem ganzen Leben wirst du aber nur DIESES eine Auto fahren dürfen, das sei die Bedingung für das Geschenk. Wie würdest du mit deinem neuen Auto umgehen? Würdest du nicht den besten Kraftstoff tanken? Würdest du nicht regelmäßig eine pflegende Kompaktwäsche machen? Würdest du nicht alle Verkehrsregeln befolgen, um dein Auto nicht unnötigen Gefahren auszusetzen beschädigt zu werden?

Okay! Und beim Auto ist das selbstverständlich, aber den eigenen Körper behandeln viele so, als gäbe es Ersatzteile ständig im Supermarkt im Angebot. Es gibt so viele Möglihkeiten deinem Körper etwas Gutes zu tun: Bewegung, Massagen (Füße massieren kann man sich übrigens selbst sehr gut ;o), Kosmetische Behandlungen, Streicheleinheiten, ja auch Sex und Zärtlichkeit, gesundes Essen, Adrenalin beim Sport, etc. Nur TUN müsste man das, um in den Genuss zu kommen.

10. Lass Frieden über deine Vergangenheit kommen und lebe im Hier und Jetzt

Was gestern war, kannst du das heute ändern? Was du vor einem Jahr getan hast, kannst du das morgen ungeschehen machen? Was in deiner Kindheit geschehen ist, hattest du darauf Einfluss?

Nein.

Aber wieso hängen wir dann mit unseren Gedanken dann so häufig in der Vergangenheit? Was ändert diese Energie, die wir jetzt für die Gedanken über die Vergangenheit investieren, am Gestern?

Gar nichts!

             

Ich habe zwei Gedanken, die es dir hoffentlich leichter machen die Vergangenheit loszulassen und dein Leben jetzt und hier zu leben und zu genießen.

 

1.)    Deine Eltern haben ihr Bestes gegeben. Sie haben es so gut gemacht, wie sie konnten. Deine Kindheit ist jetzt vorüber. Du bist erwachsen. Jetzt triffst du alle deine Entscheidungen selbst, wenn du es möchtest

2.)    und: Du gibst und hast immer dein Bestes gegeben. Hättest du es besser gewusst, hättest du es besser gemacht. So wie du dich entschieden hast und gehandelt hast, war es die beste Tat zu dem Zeitpunkt.

 

Diese Gedanken haben viel mit Verzeihung zu tun. Manchmal gehört vielleicht etwas mehr dazu als ein oder zwei Gedanken. Vielleicht möchtest du dir mal was von der Seele schreiben oder schreien. In den Wald gehen und schreien, kann echt guttun. Alte Briefe verbrennen oder was auch immer. Aber trag sie nicht ständig in Gedanken mit dir herum, die Vergangenheit. Sie ist vorbei. Solange Blut durch unsere Adern fließt, kannst du einen neuen Weg beschreiten, du musst es nur wollen:

 

Wer will, der kann!

 

 

Das ist dein 10-Schritte-Plan, wie du mehr Selbstwert in deinem Gefühl verankern kannst. Probiere es aus, was hast du zu verlieren? Die einzige Voraussetzung für deinen Erfolg ist das TUN. Nur durch das Erlebnis, die Erfahrungahrung, kann sich in deinem Leben etwas ändern. Du darfst selbst entscheiden wie viele Schritte du auf einmal ausführst und wieviele Schritte täglich hinzukommen. Du wirst selbst feststellen, was einfach und leicht geht und wo du mehr Wiederholungen und Übung brauchst.

Folgende Lieder empfehle ich dir, wenn du zu den einzelnen Punkten 5 und 2 noch mehr Input suchst:

 

ZU Punkt 5: https://youtu.be/QRs33vbhyvA „Stimme“ EFF

ZU Punkt 2: https://youtu.be/WprmdlbbgGo „Hey“ Andreas Bourani


Viel Vergnügen damit und schön, dass du bis zum Schluss gelesen hast.